Vorkommen |
Indo-Pazifik: Rotes Meer, südlich von Durban, bis nach Südafrika und östlich der Tuamoto Inseln, Nord- bis Südjapan, südlich der Lord Howe Inseln sowie in Mikronesien
Weitere Hinweise zu Vorkommen
Südafrika: "Indo-West Pacific, south to Durban.“ (Smith, M.M., Jahr?, S. 900)
Japan: “Distributed from Tanabe Bay to the Indo-West Pacific. (Masuda (u.a.) 1984, S. 365) |
Bestimmung |
Größe |
~ 11 cm |
Afterflosse |
9 |
Brustflosse |
16 - 17 |
Rückenflosse |
9 |
Am ganzen Körper weiße Grundfärbung; charakteristisch sind die vier dicken, dunklen Querstreifen (Sattelflecken), wobei die zwei mittleren davon eine dünne Verlängerung haben, die bis zum Bauch reicht. Die Geschlechter dieser Art zeigen als ausgwewachsene Tiere verschiedenen Zeichnungen und sind daher leichter zu unterscheiden, als bei anderen Spitzkopfkugelfischarten: Die Männchen haben grüne, kreisförmige Linien um die Augen: „Easily identified by 4 distinct black saddles evenly distributed over black between eyes and caudal peduncle. Middle 2 tapering to stripe on belly, first curving over front of pectoral-fin base. Adults become heavily spotted and develop numerous thin lines over snout and chin. Males with iridescent green lines radiating from behind eyes.“ (Kuiter 1996, S. 420)
“Body somewhat compressed. Snout long and conical. A ridge of skin running longitudinally on mid-dorsal part of body. Middle of side with 2 prominent dark bars extending to belly. (Masuda (u.a.) 1984, S. 365)
Unterscheidungsmerkmale gegenüber C. coronata:
„1st2 body bars continue below middle of sides; bar on head largely behind interorbital; D 9 Rarely 10)........................................................................................................................................C. valentini
1st 2 body bars end at middle of side; bar on head confined largely to interorbital; D 9-10........................................................................................................................................C. coronata“
(Smith, M.M., Jahr?, S. 898) |
Haltung |
Warum entscheidet man sich, einen Canthigaster valentini zu halten? Der Hauptbeweggrund neben dem Aussehen war für mich vor allen Dingen die besondere Schwimmweise der "Krugfische", die mich und meine Familie sofort in den Bann gezogen haben. Der Canthigaster valentini ist in meinen Augen gut für die heute üblichen Korallenriffmischbecken mit SPS, LPS und Weichkorallen geeignet und stellt wegen der zu den anderen Korallenfischen deutlich anderen Schwimmweise eine große Bereicherung dar.
Eingewöhnung: Sehr wichtig ist ein gut strukturiertes und vor allem sehr gut eingefahrenes Becken. Mein Canthigaster valentini hat am Anfang keinerlei Trockenfutter angenommen, dafür aber die meiste Zeit des Tages am gesamten Lebendgestein nach kleinen Röhrenwürmern und anderen Kleinst-Krebstieren gesucht. Innerhalb von einer Woche hat er schätzungsweise mehrere Hundert kleine Röhrenwürmer verschlungen. Einen Tag nach Einsetzen hat er weiße Pünktchen gezeigt, die ungefähr 3 Wochen angehalten haben.
Vergesellschaftung: Die Vergesellschaftung mit anderen Fischen in meinem Becken war völlig problemlos (1,1 Centropyge loriculus; 1 Ctenochaetus tominiensis; 1,1 Centropyge argi; 1,1 Pseudocheilinus hexataenia; 1,1 Stonogobiops nematodes; 1,0 Synchriopus stellatus; 2 Gramma loreto). Mein Becken ist für die Größe (65 x 65 x 60 cm) sehr stark besetzt, da ich oft nahe an der Nährstofflimitierung war. Der Canthigaster valentini zeigt jedoch bis heute nicht die geringsten Anzeichen von Hospitalismus und ist nach wie vor sehr gut die Gesellschaft integriert. Korallen, insbesondere SPS und LPS hat er bei mir von Anfang an angeknabbert. Insbesondere meine Favites abdita wurde zu Beginn täglich angefressen und das Zentrum der Polypen in Maulgröße herausgebissen. Ich konnte bisher nicht feststellen, ob irgendwelche Kleinsttiere auf den Polypen gelebt haben, die den Canthigaster valentini dauernd zu dieser Koralle getrieben haben. Allerdings hat sich die Favites immer von den Bissen erholt und das Gewebe vollständig regeniert. Inzwischen lässt er die Favites in Ruhe. SPS, die er besonders liebt, sind die Seriatopora hystrix und die Acropora humilis. Außerdem beißt er sehr oft an meiner Turbinaria reniformis. Hier hat er allerdings nie ins Gewebe oder die Polypen gebissen, sondern immer nur von den Polypen gefangenes Beutegut abgefressen. Man muss sich also bewusst sein, dass der Canthigaster valentini Korallen schädigen kann, aber selbst in so einem kleinen Becken wie dem meinen, hat er es nicht geschafft, auch nur eine Koralle ernsthaft zu gefährden. Der große Vorteil mit SPS ist außerdem, dass seine schnell wachsende Kieferleiste abgenutzt wird, und man deswegen nicht selbst Hand anlegen muss. In meinem Becken sind Korallen aus den Gattungen Acropora, Montipora, Porites, Seriatopora, Stylophora, Turbinaria, Pavona, Euphyllia, Favites, Lobophytum, Clavularia, Phymantus und Sarcophyton vorhanden.
Eine Vergesellschaftung mit einer Tridacna maxima, die nach ihm eingesetzt wurde, hat leider nicht geklappt. Er hat unmittelbar nach dem Einsetzen begonnen, die Mantellappen anzufressen. Er ist dabei so schlau, immer von der Seite anzuschwimmen, um ein vorzeitiges Schließen der Muschel durch seinen Schatten zu verhindern. Die Tridacna hat sich durch das permanente Angefressen werden nicht mehr vollständig geöffnet und ist nun nach ca. 7 Monaten eingangen. Andere Aquarianer haben mir allerdings berichtet, dass bei ihnen die Vergesellschaftung mit Tridacna ohne Probleme verlaufen ist. Hier ist also anscheinend das Individualverhalten sehr unterschiedlich.
Wie oben schon beschrieben, stehen Röhrenwürmer auf seinem Speiseplan, eine Vergesellschaftung ist also nicht möglich. Ein Vergesellschaftung mit Garnelen ist im Regelfall nur mit Putzergarnelen möglich (z.B. Lysmata amboinensis). Diese werden toleriert und versuchen sogar öfter durch seine langsame Schwimmweise, ihn heranzuziehen. Ich konnte allerdings kein einziges Mal ein Putzen bebachten, da er immer sofort geflüchtet ist. Eine Vergesellschaftung mit meinem Partnerkrebs Alpheus randalli verlief ebenfalls problemlos wobei das in meinen Augen eher an der versteckten und geschützten Lebensweise des Krebses liegt.
Futter: Wie oben bereits beschrieben, ist ein sehr gut eingefahrenes Becken erforderlich. Hier schwimmt er permanent durch das Korallenriff und sucht Kleintiere. Frostfutter wird nur selten angenommen. Trockenfutter (Granulat) nimmt er meistens nur an, wenn es von Polypen gefangen wurde und er es dort rauspicken kann. Dies macht aber nur einen kleinen Teil seiner Nahrung aus. Turbellarien, wie von Michael Mrutzek und Jörg Kokott beschrieben, frisst mein Canthigaster valentini leider nicht. Denn diese sind in meinem Becken reichlich vorhanden. Jedoch inspiziert er permanent alle Korallen nach Kleinsttieren und pickt auch immer wieder rein, hier allerdings ohne Gewebe zu schädigen. Schnecken stehen auf seinem Speiseplan und er versucht auch immer wieder bei meinen Algenschnecken die aus dem Gehäuse hervorstehenden Augen zu fressen (habe allerdings noch nie gesehen, dass er es geschafft hat). Bisher konnte ich nicht beobachten, dass er Algen (z.B. Blattalgen) frisst. In der Natur bezieht der Canthigaster valentini daraus angeblich seine Giftigkeit. Meine Korallenkrabbe versucht er immer mal wieder zu erwischen, aber sie hält sich immer tief genug in der Koralle auf, so dass er nicht rankommt.
Becken: Ich halte den Canthigaster in einem Würfelaquarium mit 65 x 65 x 60cm (mit Technikbecken ca. 240l netto) mit einem zentralen Riffpfeiler, der von den Fischen von allen Seiten umschwommen werden kann. Die vielen Höhlen nutzt der Canthigaster sehr selten, meist schwimmt er am Riffpfeiler entlang und sucht die Oberfläche ab. Ich betreibe mein Becken mit Eiweißabschäumer und einem sehr hohen Anteil an Lebendgestein (32kg) und ca. 4cm Livesand. 2500l/h Förderpumpe vom Technikbecken und zusätzliche Strömungspumpe im Hauptbecken. Ein paar Minuten vor Abschalten der Beleuchtung sucht der Canthigaster seinen Schlafplatz auf (meistens die Aquariumecke oben links, an der er sich durch Veränderung der Körperform regelrecht festsaugt oder in die Äste meiner Montipora digitata (auf jeden Fall immer in der Nähe der Wasseroberfläche).
Geschlechtsunterschiede: Männchen und Weibchen kann man relativ leicht voneinander unterscheiden. Die Männchen haben hinter dem Auge mehrere leuchtend blaue oder grüne, irisierende Streifen, die sternförmig vom Auge weglaufen. Einen Ring um das Auge, wie oft beschrieben, konnte ich weder bei mir noch bei meinem Händler zur Unterscheidung des Geschlechts feststellen (evtl. ein Übersetzungsfehler, engl. "radiating"?). Außerdem kann man bei Männchen während der Balz und als Drohgebärde eine Art aufstellbaren Kiel am Körper, genau so wie bei den nur im Süßwasser vorkommenden Kammkugelfischarten, entdecken.
Resümee: Der Canthigaster valentini ist ein sehr interessanter Fisch, der schnell der Liebling aller Gäste und vor allem meiner Tochter geworden ist. Seine besondere, hubschrauberähnliche Schwimmweise und seine Neugier machen ihn denke ich so beliebt. Wenn er sich wohlfühlt, entwickelt das Männchen eine wunderbare Färbung, mit in meinem Falle blau irisierenden Streifen über den gesamten Rücken. Viele Aquarianer halten keine Canthigaster, da sie Angst haben, ihre Korallen zu schädigen. Ich akzeptiere das aber, da in meinen Augen auf Dauer eine ernsthafte Schädigung der Korallen nicht stattfindet. Mein einziges "Unwohlsein" mit ihm ist seine mögliche Giftigkeit (von der z.B. Prof. Ellen Thaler berichtet hat), denn ich habe zwei kleine Kinder und hoffe nicht, dass sie jemals auf den Gedanken kommen, diesen Fisch zu verspeisen.
Joachim Kolb
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Sonstiges |
Es gibt eine Feilenfischart (Paraluteres prionurus), die dieser Art gegenüber Mimikri betreibt:
„(...) Common around coral reefs in 1-20 m. (In the field at Zanzibar it was some time before I realized that the less common filefish, Parluteres prionurus, that mimicked this toby so well, was swimming around with C. valentini. It was only the presence of the spine, very seldom shown, and the longer D and A that made me realise a filefish was also present. This mimicry of the toxic toby by the more defenceless Paraluteres prionurus is probably to protect it from predators. (Smith, M.M., Jahr?,S. 900)
Die Art besitzt eine giftige Haut:
„Obviously marked, as if advertizing its poisonous skin properties. Mimicked by other fishes; best example is Mimic filefish Paraluteres prionurus. “ (Kuiter 1996, S. 420)
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